Tagebuch einer sonderbaren Zeit


Dienstag, 7. April 2020

Erwartungsgemäss hat der heutige Tag etwas ruhiger gestartet. Die ersten Bestellungen für Ostern sind bereits eingetroffen!

 

Heute habe ich mit Tom einen Austausch-Spaziergang unternommen. Tom ist unser kritischer Mentor, der auf alles, was vom «Rössli» gepostet und geschrieben wird, ein Auge wirft und stirnrunzelnd oder anerkennend seine unfiltrierte Meinung kundtut. Teilweise spüre ich bereits wenn ich seine Telefonnummer auf meinem Handy-Display sehe, was er mir sagen will! Danke Tom!

 

Normalerweise gibt es zu Ostern Gitzi und Lamm. Die zwei Kleinen unten im Bild links freuen sich des Lebens, denn Ostern findet dieses Jahr ohne sie statt! Und auch die glücklichen Schweine auf dem Dottenberg im Bild rechts haben dieses Jahr richtig Schwein! Ein richtig appetitliches Freilaufgehege für Schweine... Danke lieber Landwirt.

 

Es ist 16 Uhr, Zeit meine Buxus zu kontrollieren. Der Zünsler ist dieses Jahr sportlich unterwegs!


Samstag und Montag, 5. und 6. April 2020

Danke, Jeanine Huber. Du hast uns und unseren Mitarbeitern etwas Abwechslung und viel Freude gebracht!
Danke, Jeanine Huber. Du hast uns und unseren Mitarbeitern etwas Abwechslung und viel Freude gebracht!

 

Die Osterhasen und Ostereier für unsere Mitarbeiter wurden bereits vor dem Lockdown bestellt und sind auch pünktlich eingetroffen. Aber wer stellt die Nester zusammen und wie kommen sie zu unseren Mitarbeitern?

 

Nicht verzagen, unsere Mitarbeiterin Jeanine fragen. Nach einer WhatsApp-Nachricht von uns an Jeanine am Sonntag vor Ostern war sie flink vor Ort und übernahm das Zepter. Mit ihrem Organisationstalent entstanden Meisterwerke von Osternestern mit naturgefärbten Eiern und Zopfteig-Osterhäsli.
Mit ihrer angekündigten Osterschatzsuche rund ums Rössli gelang es, unsere Mitarbeiter per WhatsApp sehr schnell zu mobilisieren. Einzeln, oder in losen Zweiergruppen angelten sich unsere Mitarbeiter von Hinweis zu Hinweis bis das ersehnte Nest von jedem gefunden wurde.

 


Samstag und Sonntag, 4. und 5. April 2020

Es sind bereits drei Wochen seit dem Corona-Lockdown vergangen und das Wochenende naht. Die ganze Woche hielten mich Büroarbeiten und der neu aufgezogenen Take-away-Service «Take Home» auf Trab. Die Tage wiederholen sich zwar -  trotzdem ist jeder Tag aufs Neue spannend und abwechslungsreich.

 

Wir sind in diesen Tagen sehr dankbar für unseren grossen Garten, für den ich ausser beim Kräuter, Schaumkraut und Vögelichrut für den Salat Pflücken selten Zeit finde. Da wir zurzeit keinen Salat servieren, verkommt das Vögelichrut zu Unkraut.

Mir bleibt diese Tage mehr Zeit und Musse, die Rosen zu beobachten und ich befürchte, dass sie von mir falsch geschnitten oder zu wenig gedüngt worden sind oder der Boden zu wenig gelockert. Diese Befürchtungen hege ich jedes Jahr, nur eben dieses Jahr ist mehr Zeit für Beobachtungen.

 

Wir werden laufend aufgefortert «bleiben Sie zu Hause»... einen Ausgleich braucht es trotzdem. So habe ich mich mit Sohn Christian zum Vater-Sohn-Tag auf mir einsame, bekannte Wege begeben, die ich schon mehrmals im Winter erwandert habe. Die Bergbahnen waren alle geschlossen, der gemeinsame Aufstieg in dieser Stille und Einsamkeit einmalig.

 


Der Abstieg war ein Erlebnis! (Bild unten rechts)

Während der Aufstieg für dieses Schneeband rund 20 Minuten dauerte, erledigte sich der Abstieg in nur einer Minute Talfahrt auf den Sohlen unserer Bergschuhe. Die Neigung stimmte, die Festigkeit des Untergrundes sowie die Beschaffenheit des Schnees. Das Tempo war rasant aber gerade noch erträglich!

 

 

Morgen Montag geht es gut erholt, entspannt und fröhlich an die Arbeit!


Donnerstag und Freitag, 2. und 3. April 2020

Die Vorbereitungen für die vorbestellten Ostermenüs laufen auf Hochtouren.

Heute Donnerstag durften wir die grosszügige Bestätigung der Bank entgegennehmen, dass auch wir nun auf unserem Konto etwas Geld zu 0% erhalten haben um den laufenden Verpflichtungen nachkommen zu können.

 

Seit einer Woche sollte ich in den Garten. Der warme März macht den Rosen und dem Buchs zu schaffen und die Ungeziefer sind bereits aus dem Winter(Halb)schlaf erwacht. Nun die Gartenarbeit muss warten bis nächste Woche. Wir sind immer noch voll beschäftigt - einfach mit anderen Themen!

 

Heute Freitag hatten wir wieder ein intensives Take Home!

 

DANKE: AN DIESER STELLE DANKEN WIR ALLEN UNSEREN GÄSTEN DIE UNS UNTERSTÜTZEN, DIE WARE EINKAUFEN, DIE UNS FEEDBACKS GEBEN UND UNS BESTÄRKEN UND MOTIVIEREN!

 

Die Wochenplanung für nächste Woche ist nun abgeschlossen und die Waren sind bestellt. Am nächsten Montag wird es heftig und ich werde früh in der Küche stehen um für Ostern bereit zu sein.

 

Dies war nun das dritte Wochenende welches mich in dieser sonderbaren Zeit beschäftigt. Eine physische und psychische Kneippkur. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund und wir freuen uns auf Montag!


Dienstag und Mittwoch, 31. März und 1. April 2020

«Abgelaufen» -  Danke, uns geht es gut!

 Zeitunglesend sitze ich beim Frühstück und esse ein abgelaufenes Joghurt. Die Zeit ist nicht stehengeblieben, ich kann es bestätigen. Nein, sie rennt! Ich kann es beweisen anhand der abgelaufenen Daten auf den Frischprodukten, die wir nicht wegwerfen wollen. Ich bin ein «Ablaufexperte» geworden. Nach meiner Datumsbetrachtung über’s Ablaufdatum bin ich über den Dietschiberg zur Arbeit gelaufen.

Ich weiss, ich sollte dies eigentlich nicht tun. Aber ich habe keinen Menschen gesehen und ich musste raus! Und dieses Bild gilt eh nur den Hutträgern! Zugegeben, auch ich trage Hut!

Dampf ablassen, meinen Frust bekämpfen und den persönlichen Streckenrekord aufstellen. Das angetroffene Reitverbot erachte ich als stimmig für meinen Gemütszustand. Auch wir haben ein behördlich verbotenes Reitverbot!


Das «Rössli» bleibt im Stall!

Die letzten zwei Tage habe ich mich gefragt, «wofür tust Du das eigentlich?» Für wen arbeiten wir? Braucht es uns noch? Die Leute haben sich doch schon daran gewöhnt, dass das Rössli geschlossen ist. Die Gastronomie wird sich verändern. Die Dauer der Schliessung und das aus der Krise veränderte Konsumverhalten wird einen grossen Einfluss auch auf uns und unser Haus haben. Auf einmal haben wir abends und am Wochenende frei. Ich hoffe sehr, dass wir uns nicht daran gewöhnen und unser Verfalldatum nach der Krise nicht abgelaufen ist.


Die Linde auf dem Weg, die kennt kein Ablaufdatum. Ausser die EU hat nach dem Krümmungswinkel der Banane auch die Lebensdauer der Bäume festgelegt. Wenn ihr niemand etwas zuleide tut, darf sie noch viele Jahre als Solitär ihr Dasein geniessen. Seit 1772 steht das Rössli, die Linde geschätzte 80 Jahre. Die Vergangenheit macht Hoffnung. Es geht weiter, die Sonne, die Linde und das Rössli werden auch morgen noch da sein. Freuen wir uns darauf! Der Puls sinkt.


Nach der Linde auf dem «Mount Dietschiberg» geht es an den Abstieg in Richtung Adligenswil. Dabei fragt man sich, was da wohl in der Ferne verbrannt wird. Sind es die fast wertlosen UBS Aktien, die ich damals noch für 75 Franken gekauft hatte, weil ich keinen spekulativen Wert wollte sondern etwas Solides und Schweizerisches? Heute ist mir der Tapezierer zu teuer, um das Papier an die Wand zu pappen. Der ist nämlich, wie das Rössli, auch SYSTEMRELEVANT. Es sind nicht die Grossen mit den exorbitanten Manager-Löhnen und Boni, die auch in Jahren ausbezahlt werden, wo sie nicht rentieren. Nein, es sind die Kleinen und Feinen. 95% der Schweizer Arbeitgeber sind KMU’s. 95% ist glaube ich eine grosse Zahl - und die soll wertlos sein? Sind wir KMU’s nicht systemrelevant? Ich fordere Euch auf, das Rössli als systemrelevant zu erklären und auch die Zimmerrei, den Holzbau, das Sanitärgeschäft und, und, und…

 

Kurz darauf sitze ich im Büro und darf mich mit dem abgelehnten Kreditvertrag auseinandersetzen.

 

Lesen Sie morgen: «Der Brief der nie geschrieben wurde…»



Montag, 30. März 2020

 

Kredit in 30 Minuten, die Löhne sind gesichert

Heute war der Start etwas zäh. Seit 13 Tagen ist das Rössli geschlossen - es kommt uns vor, als wäre es schon eine Ewigkeit. Auch wenn man der Situation das Positive abringt so stimmt es halt doch etwas nachdenklich, wenn man den Kontostand beobachtet…

 

Der «unbürokratische Kredit» in 30 Minuten wurde von der Bank wegen Formfehler ohne präzise Nennung zurückgewiesen. Wir haben ein neues Formular eingereicht und die Bestätigung erhalten, dass die Bearbeitung wegen Überlastung bis zwei Tage dauern kann. Wir wurden noch belächelt, als wir am Dienstag 17. März 2020 unsere finanzielle Situation regeln wollten und sind heute froh, dies rechtzeitig getan zu haben. Unsere Mitarbeiter werden ihre Löhne, die diesen Monat sehr kompliziert auszurechnen waren, rechtzeitig erhalten. Somit können wir uns mit dem Kredit in Geduld üben. Mit der Versicherung haben wir scheinbar auch kein Glück, dort sind aufwendige Abklärungen nötig mit geringen Chancen auf Erfolg.

 

Doch der «Take Home» hat uns wieder beschäftigt und die Kunden kamen auch… Wir bedanken uns herzlich!


Freitag, 27. März 2020

 

So funktioniert unser Take Home!

Am Freitag, 27. März 2020, lief das Telefon heiss. Bis unsere gute Büro-Fee um 10 Uhr erschien, war ich schon mit Notizen und Bestellungen eingedeckt und froh die Flut an Zetteln abzugeben. Die «Hieroglyphen» des Chefs zu entziffern gehört zu den herausragenden Fähigkeiten einer guten Mitarbeiterin. Froh die Organisation weitergeben zu können, konnte ich mich auf die Produktion und Fertigung konzentrieren und «on time» liefern.

 

Damit der Abholprozess reibungslos funktioniert gilt bei uns folgender Ablauf:

Unser Gast betritt das Rössli durch die Fronttüre am Kreisel, desinfisziert die Hände und bestätigt nochmals seine Vorbestellung. Meine Frau meldet per Telefon den Namen in der Küche und tätigt das Inkasso, welches mit Twint, Maestro, EC oder Visa und Postcard getätigt wird. Wiederkehrende Kunden erhalten auch eine Monatsrechnung. Unsere gute Fee kontrolliert die richtige Bereitstellung der Produkte, derweil ich die heissen Komponente vorbereite und innerhalb kürzester Zeit kann der Gast mit seiner Bestellung das Haus durch die hintere Eingangstüre verlassen. Mit diesem Rundlauf verhindern wir Kreuzungen und so können wir die Distanzregel von 2 Metern auch wirklich einhalten – denn es ist uns wichtig!

Um 16 Uhr durfte ich die letzte Bestellung abgeben und wir haben uns für das Wochenende ver-abschiedet. Sehr ungewohnt für uns, dass das jetzt auch für uns Samstag und Sonntag ist…

 

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlichst für die Anteilnahme, die aufmunternden Worte und die zahlreichen Bestellungen. Damit stärken Sie uns und motivieren uns weiterzumachen. Daher werden wir das Angebot anpassen und nochmals verfeinern.  Herzlichen Dank!


Mittwoch und Donnerstag, 25. und 26. März 2020

 

Jetzt mal was Privates!

Ab Dienstag, 17. März 2020 musste «unser Rössli» per Bundesbeschluss schliessen. Seitdem arbeiten wir zwar immer noch viel, jedoch nur noch halb so viel, wir haben in einen Bürozeiten-Modus gewechselt. Das heisst wir sind abends immer Zuhause. Unsere zwei Söhne Christian (18) und Philipp (21) sind darob gar nicht amused! Gestern abend kam dann die sorgenvolle Bemerkung: «Müssen wir jetzt jeden Tag miteinander Abendessen?»

 

Ein grosses Lob und Hochachtung an «die gute Hausfrau»

Ich darf mitreden! Als emanzipierter Ehemann besorge ich seit 25 Jahren die Küche. Koche täglich im Geschäft und jetzt koche ich auch täglich in unserer privaten Küche. Die mir gestellte Herausforderung für meine doch etwas verwöhnte Familie täglich frisch und abwechslungsreich zu kochen ist zeitaufwendig und braucht Erfindungsgeist und Fantasie. Die Resten des Vortages so geschickt zu verarbeiten, dass es keiner merkt, bleibt mein Geheimnis. Die Kühlschrankbewirtschaftung unter Kontrolle zu halten gestaltet sich schwerer als gedacht, da ja jeder seinen eigenen Ordnungssinn hat und sich gerade das herauszupft was ihm gefällt. Und dann das Lager an Büchsenravioli und WC Papier... Übrigens: Nach so vielen Formularen, wie wir in den letzten Tagen ausgefüllt haben, weiss ich jetzt auch weshalb das WC-Papier dreilagig ist: Jedes Formular braucht ein Original und zwei Kopien!

 

Und dann die Waschküche! Auf einmal änderst du auf Grund der geänderten Umstände deine Waschzeiten. Das bringt die Mitbenützer in eine echte Krise! In diesen ruhigen Zeiten habe ich daher ein Buchtip: «Der Waschküchenschlüssel», geschrieben von Hugo Lötscher. Ein amüsantes Buch über die typischen schweizerischen Eigenheiten!

 

Das wars!

Ihr Markus Sager


Montag und Dienstag, 23. und 24. März 2020

 

Erste Take-away Menüs

Am Montag haben wir beschlossen, aufgrund einiger Anfragen Mittagsmenus zuzubereiten. Das war wohl die beste Idee. Nadine postet wacker auf Instagram und Facebook. Danke an alle die von unserem Angebot Gebrauch machen.

Nebst Mittagsmenüs bleibt immer noch ein grosser Teil Administration. Am Nachmittag machten wir etwas Gartenarbeit. Langsam scheint sich der neue Rhythmus einzupendeln und auch ohne Gäste ist der Tag recht gut ausgelastet.

 

Heute Dienstag hat das «Take-Home-Angebot» nochmals zugelegt. Was wir zwar gerne tun aber nicht unbedingt forcieren wollten, ist das nach Hause bringen. Doch das «Busch-Telefon» funktionierte gut und somit dürfen wir mittlerweile 6-8 älteren Leuten, je nach Wochentag, das Essen liefern. Für Ü70 machen wir das gerne, braucht Zeit und wehe Du bist nicht pünktlich… So jetzt geht’s wieder ab in den Garten Kornblumen säen und Kapuziner, zur Blütezeit werden wir wohl wieder offen haben!

 

PS: Für unsere Leser sind wir gerne da. Darf ich Ihnen fürs Wochenende etwas vorbereiten oder haben Sie Lust auf ein besonderes Stück Fleisch? Zurzeit im Angebot: Entrecôte vom Schweizer Freiland Rind «Swiss Prime Beef» das Kilogramm zu CHF 48 inkl. Mwst.  (eignet sich für doppelte Entrecôtes oder Roastbeef)


Samstag, 21. März 2020

 

Gartenarbeit ist angesagt

Unsere Mitarbeiter in Anita hat mit dem Motormäher unseren Rasen gemäht, damit unser Elektromäher „Fury“ seine Arbeit verichten kann. Die Rosen sind geschnitten, gedüngt und gejätet.
Ein grosses Dankeschön an unseren Sohn Philipp der überall gejätet, gedüngt und auch die Buchs mit speziellem Dünger verwöhnt hat. Die Saison kann kommen.


Freitag, 20. März 2020

 

Hausarbeiten damit niemandem die Decke auf den Kopf fällt

Am Morgen Mitarbeiter-Informationen und Zuweisung kleiner Arbeiten, damit niemandem die Decke auf den Kopf fällt. Für Kiri und Daisan hiess es weiter mit der Renovation der Fenster. Schleifen, grundieren, malen, kitten. Unsere Serviceauszubildende Angela bekommt alle zwei Tage ein Lerncoaching durch Nadine. Ich war gut beraten die Farbe noch zu organisieren. So ging ich am Dienstagnachmittag Farbe einkaufen, Rosendünger und Buchsdünger, so dass wir trotz allem den Frühling vorbereiten können.

 

Für uns war heute der Bankentag! Das heisst die nötigen finanziellen Mittel zu organisieren um die Liquidität zu garantieren. Auch das haben wir geschafft.


Donnerstag, 19. März 2020

 

Heute Donnerstag bereiteteten wir unser Siedfleisch (Spatz) zu und durften doch einige Portionen an Stammgäste verkaufen. Kiri und Raisan waren am Nachmittag mit der Renovation der Fenster in der Gaststube beschäftigt. Susy und ich waren administrativ voll ausgelastet. Vorallem die Finanzbedarfsplanung, die Verpflichtungen wie Löhne, Rechnungen etc berechnen und die liquiden Mittel eruieren. Um 18 Uhr gings nach Hause.


Mittwoch, 18. März 2020

 

Liquiditätsplanung

Heute Mittwoch morgen beschäftigen wir uns mit der Liquiditätsplanung. Bereitstellen der nötigen Frankenbeträge für die Löhne Ende März, für Warenrechnungen und für die kürzlich ausgeführten Reparaturen. Darüber hinaus müssen wir uns auch überlegen wie wir die Mittel beschaffen für die Aprillöhne. Zudem ist zu klären, wie wir selber unseren Verpflichtungen nachkommen können und wenn auch die Löhne gemäss Bundesrat gesichert sind was dann, wenn das Unternehmen nicht überlebt?

Im zweiten Schritt erarbeiten wir Pläne zur Teilbeschäftigung unserer Mitarbeiter, denn spätestens nächste Woche wird es eng und die Decke droht auf den Kopf zu fallen. Für diese Menschen gibt es sinnvolle Arbeiten in und ums Haus zu generieren. Morgen um 11 Uhr ist die nächste Mitarbeiterinformation.

 

PS: Ich koche heute mit den übriggebliebenen Lebensmittel einen Spatz! (Siedfleischeintopf). Wenn SIE diese Zeilen lesen und Lust darauf haben, so rufen Sie mich an und reservieren Sie Ihren Spatz unter Nummer 079 242 00 64. Er steht Donnerstag ab 11.30 Uhr bereit zum abholen. Läuten Sie bitte beim Hintereingang.

 

Kochtipp «Spatz»:

Spatz ist ein altes Soldatengericht und ist Fleischwürfeli, Wurzelgemüse und Kartoffeln in einer Bouillon. Ich nehme dazu am liebsten Brustkern der etwas Fett eingeschlossen hat und daher sehr saftig zu essen ist. Fleisch kurz in siedendes Wasser geben, aufstossen lassen, abgiessen und abspülen (Sie entfernen das Fleischeiweiss dass die Suppe trüben würde). Gemüse würfeln und in leichtem Salzwasser mit Kräutern fast weich kochen. Das Gemüse-Kochwasser nehmen Sie zum aufgiessen des Fleisches und kochen es darin. (Zwischendurch abschäumen). Die Salzkartoffeln separat kochen. Sobald das Fleisch weich ist, geben Sie das Gemüse dazu und die Kartoffeln, würzen mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker, einen Spritzer Weisswein, Küchenkräuter und gehackter Petersilie.


Dienstag, 17. März 2020

 

Ein abrupter Stopp

Wir können es noch nicht fassen. Aufgedeckte Tische, frische Schnittblumen im Restaurant, Kühlschränke mit Lebensmitteln. Ein abrupter Stopp! Die Frischprodukte verschenken wir den Mitarbeitern, einiges wird noch verarbeitet, eingemacht, pasteurisiert und sterilisiert. Einiges geht in den Tiefkühler, Einiges muss entsorgt werden. Alles wird gereinigt. Kühlschränke putzen, wie wenn Betriebsferien wären, nur, so lange war das Rössli – unseres Wissens – noch nie geschlossen!


Montag, 16. März 2020

 

Bundesratsbeschluss: Zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus muss geschlossen werden

Um 17.00 Uhr sitzen wir vor dem PC und hören uns die Nachricht des Bundesrates an. Vorausgeahnt haben wir es ja, jedoch ist es auf einmal Realität. Unser Betrieb hat heute um Mitternacht zu schliessen. Das Restaurant füllt sich noch einmal und viele Gäste wollen uns noch besuchen. Herzlichen Dank! Um Mitternacht wird es still. Bis in die Morgenstunden diskutieren wir Lösungen, Chancen und Risiken. Dieser Entscheid trifft uns hart.